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Über Almen und Salzbergwerke: Mountainbiken im Salzkammergut

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Draußen hängen Nebelschwaden. Vereinzelte Regenschauer sind gemeldet. Dabei hatten wir uns am Vorabend schon mit Alex, dem Chef des Ferienparks Hagan’s Lodge, in Gedanken eine Route ausgemalt. Egal! Der Plan war super und wir sind motiviert. Schließlich sind wir Outdoor-Sportler.

Text: WOM Medien GmbH
Fotos: Stefan Schopf

Historische Solestraßen und tiefe Klammen

Wir brechen auf und passieren die Blaa Alm schon nach wenigen Minuten. Jeden Dienstag ist Hüttenabend mit steirischer Musik. Sicher witzig. Wir beschließen, später wiederzukommen. Diana hat in der Zwischenzeit schon die niedlichen Galloway-Rinder entdeckt. Knorrige Ahornbäume säumen die Wege. Wir gelangen zur alten Solestraße Richtung Bad Ischl. Durch den Talgrund einer tiefen, für die Region typischen Klamm gelangen wir zur Rettenbachalm. Einst hatte Kaiser Franz Josef hier eine Solebahn eingerichtet, die die Abbauprodukte aus den Stollen von Altaussee zur Saline nach Ebensee beförderte. Tunnels und die herrlichen Wege durch die Klamm sind geblieben. Ob die damaligen Arbeiter oder Kaiser Franz Josef überhaupt einen Blick für die wilde Schönheit der Natur hatten, fragen wir uns und geben Vollgas. Die Schleusen am Himmel öffnen sich wieder und wir erreichen noch halbwegs trocken die Rettenbachalm. Weit sind wir noch nicht gekommen, doch die Almen hier sind zu einladend und das Wetter überzeugt uns obendrein. Leider ist die erste kleine, gemütliche Alm nur bei Sonnenschein geöffnet – so verkündet es das Schild am Eingang. Das nächste Wirtshaus liegt nur 200 Meter weiter und lockt mit Biomost aus eigener Produktion, Zucchini-Nudeln und Käsespätzle.

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Die Sandlinger Runde

Es geht bergauf zur Hütteneckalm. Der Uphill zieht sich und bietet neben meist moderaten Anstiegen auch die eine oder andere Rampe. Wir befinden uns in einer weiteren, tief in den Kalkstein gefressenen, Schlucht. Der dichte Laubmischwald lässt nun wieder einzelne Sonnenstrahlen durch. Die letzten Regentropfen fallen von den Blättern, kleine Wasserfälle speisen den Bach in der Schlucht. Grüne Vorhänge aus Pflanzen verdecken die Felswände. An einer, für Verwirrung stiftenden Kreuzung, schlagen wir die offensichtlich mit Wegweisern beschriebene Richtung zur Hütteneckalm ein. Wir verlassen die „Sandlinger Runde“, um zur malerisch gelegenen Alm zu gelangen. Auch wenn die Hütte heute geschlossen ist, der Empfang ist durchaus sehr herzlich. Kontaktfreudige Kühe und gut frisierte Esel erwarten uns neugierig, während die Bauern gerade das Holz für den anstehenden Winter machen. Steil führt die Schotterstraße hinab Richtung St. Agatha. Eine kurze, technisch knifflige Passage verläuft für ein paar Hundert Meter parallel zum Weg. Da kommt Freude auf! Der Weg wird mehr als offensichtlich häufig von Bikern genutzt. Im weiteren Verlauf gelangen wir zurück auf die Dachsteinrunde und treten den Heimweg nach Altaussee an. Das Wetter hat sich mittlerweile zum Positiven entwickelt und wir sind uns einig, dass wir es bereut hätten, wenn wir nicht rausgefahren wären.

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Das Tote Gebirge

Der Umweg über die Burgruine Pflindsberg lohnt sich, doch man muss schon bis auf den Aussichtsturm der alten Burganlage steigen, um über die Wipfel der Bäume hinweg den See erspähen zu können. Der Blick, der sich bietet, ist es wert. Im Hintergrund des malerischen Bergsees steigen schroff die Wände des Toten Gebirges auf und an dessen Ostseite der markante Gipfel des Loser. Der kurze Anstieg zu diesem Aussichtsberg empfiehlt sich besonders am Morgen. Neben der unglaublich schönen Stimmung bei Sonnenaufgang genießt man vor allem die Ruhe, bevor nach dem Frühstück der große Ansturm auf der Mautstraße eintritt. Zu dieser Zeit sitzt man selbst schon mit tollen Bildern im Kopf und einem zufriedenen Gefühl beim Frühstück. Hört sich nach einem Plan für morgen an. Die letzten Kilometer sind fast geschenkt. Die Vorfreude auf einen Hüttenabend mit deftigen Spezialitäten in der Blaa Alm wird allmählich größer.

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Salzwelten

Leider fällt unser Sonnenaufgangsplan ins Wasser. Zum Glück gibt es genug Alternativen. In den Minen der Salzbergwerke wird uns der Regen nicht stören und so bekommen wir einen Einblick in die Geschichte der Region und wie das Salzkammergut zu seinem Namen gekommen ist.

Ohne standesgemäße Schutzkleidung kommt niemand ins Bergwerk. Es folgt ein kurzer kabarettistischer Einblick in die Entstehung der Salzvorkommen und schon verschwinden wir, im Gänsemarsch den Schritten unseres Führers folgend, in die Tiefen des Sandlingers. Gestern haben wir den Berg über uns noch mit den Mountainbikes umfahren. Dass er wie ein Schweizer Käse in alle Richtungen durchbohrt ist, war uns nicht bewusst. Die klimatischen Bedingungen im Berg sind immer gleich. Massive Bergmannsrutschen aus Holz sorgen für Action beim Überbrücken der Stollen. Die konservierenden Eigenschaften der Luft im Bergwerk Altaussee hatte man auch in der Zeit des Dritten Reichs erkannt und hier Unmengen an europäischen Kunstschätzen gebunkert. In den letzten Kriegstagen machten sich die Altausseer Bergleute mit der Rettung der zur Zerstörung vorgesehenen Kostbarkeiten zu Helden. Künstlerisch beeindruckend wird es am Ufer eines Salzsees. Lichtinstallationen und musikalische Klangspiele tauchen die Unterwelt in eine faszinierende Sinneswelt.

Als wir nach zwei Stunden das Bergwerk verlassen, blitzt uns schon die Sonne entgegen. Die salzige Luft hat hungrig und durstig gemacht. Nach einer Jause am See geht es aufs Radl. Die Viehbergalm bei Bad Mitterndorf, meinte Alex, unser Hotelier, sei unbedingt noch einen Besuch wert. Der Blick von dort auf das Dachsteingebiet ist einer der schönsten und die Spezialitäten der kleinen, familiär geführten Hütten sind weit bekannt. Und auch den Steirer Käse sollte man unbedingt probiert haben. Gesagt. Getan.

 

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