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Mountainbiken im Trentino

Mountainbiken im Trentino - infos-aus-den-regionen, allgemein

Trentino – wie ein gewaltiger Schmetterling breitet sich die Fläche des Trentino (die Bewohner werden übrigens Trentini genannt) über eine Region südlich des Alpenhauptkamms und der Poebene aus, die vielfältiger nicht sein kann. Das Tal des Lago di Garda und seines Zuflusses Sarca sowie die benachbarten Täler des Vallagarina, grob gesagt des südlichen Etschtals, sind die tiefstgelegenen der Alpen. Der starke mediterrane Einfluss ist unüberseh- und überall spürbar. Wein und Oliven aus den eigenen Gärten sind aus der lokalen Küche nicht wegzudenken, ebenso wenig wie die vom ewigen Eis und Schnee bedeckten Bergmassive am Monte Cevedale in der Ortlergruppe oder in den Adamello-Presanella-Alpen westlich des Wintersport-Mekkas Madonna di Campiglio. Schließlich ragen sie weit über die 3.500-Meter-Marke hinaus.

Text & Fotos: BIKEKULTUR 2019 / WOM Medien

Sanfte Almlandschaften, schroffe Dolomitenfelsen und Hochebenen prägen das Trentino unter der östlichen Schwinge des Schmetterlings. Ursprünglicher, zuweilen wild und unzugänglich, sodass sich sogar Bären wieder heimisch fühlen, geben sich dagegen die eindrucksvollen Brenta-Dolomiten unter der westlichen Schwinge, um sich alsbald ins nördlich liegende, sanft hügelige Val di Non mit seinen weiten Apfelplantagen, malerischen Dörfern und tiefen Canyons zu verlieren. So unfassbar vielfältig das Trentino auch ist, eines findet sich überall: herzlichste Trentiner Gastlichkeit und unvergessliche Eindrücke für jede Couleur des Mountainbikens, seien es hochalpine Eindrücke, fette Downhills oder genüssliche Gourmettouren.

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Der Gardasee steht wohl wie keine andere Region für die Anfänge des Mountainbikens. Am ersten Maiwochenende tobt hier das Bike-Festival von Riva. Aber auch abseits der Stoßzeiten lässt sich fast ganzjährig in Höhen bis 1.000 Meter biken. Die Ponale, Mutter aller Panorama-Bikerouten, gehört sicher zu den Must-Dos am Lago. Neben dem Bike-Festival gibt es einen großen Marathon mit verschiedenen Strecken, die ganzjährig ausgeschildert sind und zum Nachfahren einladen. Im Hinterland der Region entstehen bis in die entlegensten Winkel Strecken für Gravity-Fans.

Doch das Trentino bietet auch ruhigere Destinationen. Die Landschaft des Val di Cimbra und der Hochebene von Piné zeichnet sich durch ihre von Weinbergen bedeckten Hügel aus. Sie sind gespickt mit kleinen Ortschaften, wo die Zeit stillzustehen scheint. Sanfte, bewaldete Hänge mit Wäldern, Wiesen und Badeseen prägen die Landschaft. Trails schlängeln sich durch riesige Waldgebiete und tiefe Schluchten, die vom Tourismus kaum berührt scheinen. Der berühmte Europäische Fernwanderweg E5 verlässt unweit des Val di Cimbra bei Gfrill den deutschsprachigen Raum und taucht in den wilden Teil des Trentino ein. Er bietet unzählige Möglichkeiten für Biketouren „off the beaten track“. Am Lago Santo, dem „Heiligen See“ vorbei, gelangt man über Segonzano zu den schönen Badeseen von Baselga auf der Piné-Hochebene und weiter nach Levico Terme.

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Hier meißelten sich die Kaiserjäger vor über 100 Jahren spektakuläre Wege in die Felsen. Die berühmte Kaiserjägerstraße zur Hochebene von Lavarone und Folgaria hat sich längst einen Namen gemacht, und das nicht nur bei Motorradfahrern und Rennradlern. Auch Mountainbiker nutzen die schmalen, sich dem Felsen anschmiegenden Bergsträßchen, um die weitläufige Almlandschaft zu erkunden und zur Vezzena-Hochebene zu gelangen. Auf dem Cima Vezzena (1.908 m) finden sich Ruinen alter Festungsanlagen, verfallene Schützengräben und spektakuläre Stellungen. Sie zeugen fragmentarisch vom Kampfgeschehen an der österreichisch-italienischen Frontlinie im Grande Guerra – dem „Großen Krieg“, wie der Erste Weltkrieg hier genannt wird. Der Felsabbruch von der Hochebene beträgt bis zu 1.500 Meter. Beinahe senkrecht fallen die Wände ins Valsugana ab. Der Blick reicht von der Brenta, den westlichsten Ausläufern der Dolomiten, bis zu den spektakulären Türmen der Palagruppe im Osten des Trentino. Auf dem Kaiserjäger-Singletrail gelangt man mit etwas Schwindelfreiheit und guter Bikebeherrschung auf abenteuerlich-flowige Weise zurück ins Tal.

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San Martino di Castrozza liegt am Fuße einer der wohl imposantesten Felsformationen der Dolomiten. Die Pale di San Martino wirken wie aus einer anderen Welt. Hier schlägt das Herz des Mountainbikers höher – nicht nur der steilen Anstiege wegen. Neben atemberaubenden Landschaftseindrücken sind es vor allem die schier endlos langen, verspielten und versteckten Trails, die begeistern. Das Val Venegia ist geprägt vom Kontrast zwischen sanfter, vom Menschen geprägter Almlandschaft mit grasendem Vieh und dem schroffen Gestein der nahen Felsgiganten. An seinem Eingang finden sich Hütten wie die Malga Venegiota di Tonadico, in der man selbst hergestellten Käse genießen kann – und natürlich die für diese Region typische Polenta. Der Talkessel des Val Venegia wird zum Talschluss hin immer enger und wirkt so wie ein riesiges, natürliches Amphitheater. Die Sicht auf die gewaltigen Türme und Zinnen der Pale di San Martino an der Segantinihütte ist ergreifend. Nur schwer kann man sich davon losreißen.

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Tolle Trails führen von hier nach San Martino. Auf panoramareichen Höhenwegen gelangt man weiter zum malerisch gelegenen Lago di Calaita, in dem sich die Gipfel der Pala di San Martino spiegeln. Fast schon unwirklich flowig führen versteckte alte Maultierpfade und Wallfahrtswege in die tiefe Schlucht des Valle di Primiero, das mit seinen historischen Orten und dem malerischen Dolomiten-Hintergrund zu Recht als eines der schönsten Alpentäler gilt.

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