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Auf MTB-Tour im Bregenzerwald

Mountainbike Trail © Stephan Schatz

„Wo ist hier eigentlich der Wald?“, könnte sich der ein oder andere fragen. Vor circa 1.000 Jahren war der Bregenzerwald tatsächlich ein komplett zusammenhängendes Waldgebiet. Von Bregenz aus wurde er dann langsam kultiviert und damit viel Fläche zugunsten der Viehhaltung gerodet. Im Vergleich zu anderen Regionen blieb der „Wald“ allerdings spärlich besiedelt und wir finden eine Mountainbike-Region, die in besonderem Maße Naturverbundenheit, Ruhe und Entspannung bietet.

Text: BIKEKULTUR 2019 / WOM Medien

Ursprünglich gehörte das Tal zwischen Bodensee und dem Arlberg den Grafen von Bregenz, daher der Name. Die Gegend ist geprägt von bäuerlicher Kultur und traditionellem Handwerk – ein ruhiger und grüner Fleck in einer sanften Berglandschaft. Architektonisch befinden wir uns augenscheinlich in einem Land der Pioniere; die Region zwischen Bregenz und Feldkirch gilt gar als Zentrum zeitgenössischer Architektur in Europa. In geradliniger Bauweise wird hier regionales Holz mit großen Glasflächen und Stahl kombiniert, was einen charmanten Kontrast zu den alten Maisäß-Häusern mit ihren kleinen Fenstern bildet.

© Bregenzerwald Tourismus - Adolf Bereuter

In Au angekommen, sind wir bewegungshungrig und können es kaum erwarten, auf Erkundungstour zu gehen. Entlang des kleinen Flusses Bregenzer Ach radeln wir gemütlich nach Schoppernau zur Talstation der Bergbahn am Diedamskopf. Fahrräder werden hier bis zur Mittelstation befördert, die restlichen ca. 400 Höhenmeter bis zum Gipfel muss man aus eigener Kraft zurücklegen. Wir steigen auf halber Strecke aus, kommen aber dank unserer e-MTBs dennoch entspannt oben an und können uns kaum satt sehen an dem wunderbaren Panorama. Wir lassen den Blick schweifen, von den Allgäuer Voralpen im Norden bis zum Bodensee westlich von uns und weiter zum Säntis in der Schweiz, bewundern die nahen Berge wie die Kanisfluh, auf deren Südflanke sich im Herbst gern die Steinböcke sonnen und den Toblermannskopf, auf den im Winter eine beliebte Skitour führt. In der Ferne können wir sogar die Valuga ausmachen. Einen kurzen Moment haben wir noch, dann schiebt sich der Wolkenteppich weiter nach oben und vernebelt uns die Sicht. Wir nehmen es gelassen und genießen den Trail, der erst gemütlich am Hang entlang verläuft und sich dann ins Tal schlängelt.

© Bregenzerwald Tourismus - Adolf Bereuter

Der Trail ist leicht zu fahren und so können wir hin und wieder einen Blick auf die wunderschöne Landschaft riskieren. Unten angekommen, wechseln wir die Talseite und wollen uns noch ein wenig auf den hiesigen Waldtrails umschauen. Oberhalb des Campingplatzes folgen wir den Schildern Richtung Bergkristallhütte und sind bei den steilen Anstiegen schon ein wenig dankbar für die Unterstützung unserer e-Motoren. Die heimelige Hütte lädt zu einer Pause ein und so gönnen wir uns noch einen Kaffee nebst hausgemachtem Kuchen. Am Nebentisch sitzen zwei Einheimische und unterhalten sich. Wir verstehen nur jedes fünfte Wort. Dialekt ist hier lebendig und wird mit Stolz gesprochen und auch wenn fast jede Ortschaft ihren eigenen hat, liegen die gemeinsamen Wurzeln im Alemannischen, wie wir erfahren. Wir machen uns auf den Rückweg und genießen die Abfahrt.

© Stephan Schatz

Der Trail endet im örtlichen Bikepark, einem Skillcenter mit Trails in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, kleinen Sprüngen und einem Mini-Pumptrack – ein Spielplatz für Groß und Klein. Mit kindlichem Eifer probieren wir gleich alles aus und dank unserer e-MTBs üben wir uns natürlich auch im „Uphill-Flow“. Zurück im Hotel, dürfen die Bikes an der hauseigenen Akkuladestation Energie tanken, während wir uns das schmackhafte Menü munden lassen. Am nächsten Morgen treffen wir Hannes, den Inhaber der Bikeschule im Bregenzerwald, der uns mit wertvollen Tipps zur Seite steht. Der gebürtige Südtiroler hat die Schule 2012 gegründet und ist damit in Au ansässig.

© Stephan Schatz

So brechen wir mit viel regionalem Wissen zu einer zweiten, kleineren Tour mit unseren Bikes auf und genießen ein paar sonnige Stunden mit sensationellen Aussichten, bevor der Wetterumschwung kommt. So wird es uns zumindest vorhergesagt … und am Nachmittag wird es wirklich richtig ungemütlich. Daher gehen wir dann sozusagen auf kulturelle Shoppingtour. Wir kaufen Käse! Natürlich nicht irgendeinen, sondern eine weit über die Landesgrenzen bekannte Spezialität: den Bregenzerwälder Bergkäse. Die Alpwirtschaft hat hier eine lange Tradition. Durch den Artenreichtum und die vielen Kräuter auf den Almen wird die Milch besonders aromatisch und bildet damit die ideale Grundlage für den würzigen Käse.

Bregenzerwald

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