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Grenzgänger
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Kaum jemand kennt den nördlichsten Teil des Pinzgaus ...
Quelle: MountainBike - Ö-Heft
Erscheinungsdatum: 18.01.2010
Artikel gehört zu: Pinzgau / Zell am See
Kaum jemand kennt den nördlichsten Teil des Pinzgaus. Selber Schuld, wie die Autorin seit ihrem Besuch im Saalachtal weiß ...

Hinter den schroffen Kalkspitzen der Leoganger und Loferer Steinberge und den unendlichen Weiten des Steinernen Meeres, die den Unterpinzgau vom Rest der Region abtrennen, haben wir eine Ecke Österreichs entdeckt, die uns mit ihrer Vielfalt nicht nur überrascht, sondern ehrlich beeindruckt hat.

Wobei "Ecke Österreichs" so nicht stimmt. Sich eher an topografische denn nationale Zusammenhänge haltend, nimmt nämlich der Saalachtaler Mountainbiker von Welt - uns namentlich bekanntgemacht als Bernhard Flatscher, rühriger Chef, Koch und natürlich auch Guide des Bike Gasthof Friedlwirt - gerne auch deutschen Boden unter die Räder. Immerhin liegen Bayern im Allgemeinen und der Berchtesgadener Nationalpark im Besonderen quasi vor der Haustür und werden, anders als das Zentrum des Bundeslandes Salzburg, nicht von imposanten Bergriesen verstellt. Weil gleichzeitig die Grenze zu Tirol sehr nah und per Mountainbike auf lohnenden Wegen zu überqueren ist, steht Urlaubern im Saalachtal zur Verfügung, was an Reizen stets besonders reich ist: ein klassisches Dreiländereck. Den zugehörigen Grenzstein am Scheiblberg übrigens kann, wer gut im Saft steht, im Zuge einer panoramareichen Rundtour über die Loferer Alm und die Möseralm besuchen; klassische Grenzüberschreitungen zwischen zweien der drei Länder stehen sowieso allenthalben am Programm.

Ein lokal perfekt verankerter Guide wie Bernhard kann aus diesem Grunde fröhlich kombinieren: die knackigen Forststraßen-Höhenmeter auf gut 1.400 Meter mit den lieblichen Waldwegen oberhalb der Teufelsschlucht zwischen Reith und Au; die früh schneefreien Singletrails um den Thumsee mit der kräfteschonenden Bergbahn auf die Loferer Alm (naja, zumindest in Ausnahmefällen und wenn’s niemand sieht); die herzhafte Jause auf der belebten Litzlalm mit der ganz eigenen Stimmung im einsamen Heutaler Hochmoor; die Badefreuden am Pillersee mit der beinahe beliebig verlänger- oder verkürzbaren Umrundung der Reiter Alpe.

Einige Tage Zeit sollte man sich freilich schon nehmen für ein Tourenprogramm dieses Ausmaßes und einen Guide obendrein. Denn der kennt nicht nur die fahrtechnisch interessanten Alternativen zum perfekt ausgeschilderten, aber forststraßenlastigen Routennetz, sondern hat außerdem die ideale Radkarte im Kopf. Wobei das Manko des Kartenmaterials, das nicht an Regions- oder Staatsgrenzen Halt macht, mit nächstem Jahr behoben sein soll. "In Kürze kommt eine neue Karte heraus, die erstmals das tatsächlich von uns befahrene Gebiet umfasst", verspricht Bernhard für die kommende Saison.
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